Warum soll ich nachhaltig wirtschaften und was ist das?

Als großer und bedeutsamer Wirtschaftszweig trägt die Tourismusbranche zu den globalen Veränderungen wie Ressourcenschwund und Klimawandel bei, ist aber zugleich auch von ihnen betroffen. Grade beim Thema Klimawandel werden die Geschäftsrisiken für den Tourismus deutlich: Viele Destinationen leiden schon heute unter der Erderwärmung und kämpfen mit sinkender Schneesicherheit oder der Zunahme von Naturkatastrophen und vermehrt auch mit der Unsicherheit der Verbraucher. Schwinden zudem die Umweltressourcen, die das Schlüsselelement der touristischen Entwicklung bilden, entzieht man sich praktisch seiner eigenen Geschäftsgrundlage.

Nachhaltig Wirtschaften bedeutet ökologisch, sozial und auch ökonomisch verantwortungsvoll zu handeln, damit sich die Gesellschaft langfristig auf positive Weise entwickeln und die Bedürfnisse zukünftiger Generationen befriedigt werden können. Aber auch kurzfristig bieten sich hier Vorteile für touristische Unternehmen: Indem Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt und in die betrieblichen Prozesse integriert werden, kann bspw. die Energieeffizienz erhöht, die Ressourcennutzung optimiert und somit Kosten eingespart werden. Das Streben nach sozialer Gerechtigkeit im Unternehmen fördert die Zufriedenheit und die Motivation der Mitarbeiter, die Produktivität kann erhöht werden. Gleichzeitig rückt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit und beeinflusst die Nachfrage (Link zum Text „Nachfrage nach nachhaltigem Tourismus“). Mit der Schaffung eines nachhaltigen Unternehmensprofils kann diesem Trend vorangegangen werden.

Nachfrage nach nachhaltigem Tourismus

„Legen Urlauber Wert auf eine nachhaltige Gestaltung ihrer Reisen?“ „Verschieben sich die Urlaubspräferenzen der Deutschen zu Gunsten der Nachhaltigkeit?“

Eine repräsentative Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) aus dem Jahre 2014 beantwortet diese Fragen mit einem „Ja“:

  • für 31% der deutschen Bevölkerung ist die ökologische Verträglichkeit von Urlaubsreisen wichtig
  • 38% möchten sozialverträglich verreisen
  • fast der Hälfte der Befragten (42%) ist es wichtig, dass sich Reiseveranstalter für Nachhaltigkeit einsetzten, z.B. für Bildungsprojekte, Umwelt- und Artenschutz
  • 12% sind auch gerne bereit, dafür etwas mehr zu bezahlen

Eine Befragung im Rahmen des Projektes „Green Travel Transformation“ macht gleichzeitig sehr deutlich, dass zwar schon viele Menschen ihre Urlaubsreise gerne nachhaltig gestalten wollen (ca. 70%), aber nur wenige (7%) bei der letzten Reise auch wirklich darauf geachtet haben. Um aus dem deutlich vorhandenen Interesse der Verbraucher für nachhaltiges Reisen Wettbewerbsvorteile zu ziehen und eine erhöhe Nachfrage zu generieren, gilt es, auch auf Anbieterseite Angebote zu schaffen, die attraktiv und kreativ zunächst die Urlaubsbedürfnisse der Gäste befriedigen und dabei trotzdem nachhaltig sind. So profitieren alle Beteiligten: der Anbieter und seine Mitarbeiter, der Gast, die Gastgemeinde und die Umwelt.

Quellen:

  • FUR Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V.  (2014): Abschlussbericht zu dem Forschungsvorhaben: Nachfrage für Nachhaltigen Tourismus im Rahmen der Reiseanalyse
  • Green Travel Transformation Schritte auf dem Weg zu einer Green Economy im Tourismus, www.leuphana.de/greentravel (Zugriff am 16.11. 2017)
  • WWF (2009): Der touristische Klima-Fußabdruck, WWF-Bericht über die Umweltauswirkungen von Urlaub und Reisen